Verliebtheit

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Verliebtheit ist ein sehr starkes aber zeitlich begrenztes Gefühl der Zuneigung zu einem anderen Menschen. Dieses Gefühl ist weder willentlich steuerbar, noch kann man es erzwingen oder irgendwie erzeugen. Es geschieht einfach wie von selbst, so, wie es im Englischen to fall in love angedeutet ist.

Vielleicht warst du ja schon einmal verliebt (oder bist es gerade) und kennst das Gefühl, Schmetterlinge im Bauch zu haben beim Gedanken an die ersehnte Person. Und wenn sie dann wirklich vor dir steht hast du das Gefühl deine Knie wären aus Pudding ...


Warum verlieben wir uns?

Im Idealfall kann Verliebtheit (wenn wir die begehrte Person näher kennengelernt haben und die Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhen) in Liebe übergehen. Liebe setzt allerdings nicht zwingend Verliebtheit voraus. Auch muss gegenseitige Verliebtheit nicht zwingend in Liebe übergehen - vielmehr ist dieser Zustand eine für beide Menschen emotional aufwühlende Phase in der etwas Neues/Gemeinsames entstehen kann, aber nicht muss.

Das "Ziel" der Verliebtheit ist letztlich einen Liebespartner (und bestenfalls auch einen Lebenspartner) zu finden.

In wen verlieben wir uns?

Vermutlich gibt es 2 Hauptfaktoren wenn wir uns verlieben:

  • physische Attraktivität und
  • Ähnlichkeit (Einstellungen, Glaube, Lebensziele, ähnliches Denken, ...) mit der anderen Person

Neuere Studien haben gezeigt, dass Verliebtheit nicht so zufällig geschieht, wie es uns manchmal vorkommt:

  • So spielt beispielsweise der Geruchssinn eine große Rolle bei der Frage, ob wir uns in den anderen Menschen verlieben. Diese Tatsache wird sprichwörtlich im alten Ausdruck "jemanden gut riechen können" deutlich; heute wissen wir aber auch, dass das Gehirn aus dem Eigengeruch einer Person erkennen kann, wie dessen Immunsystem beschaffen ist. Je unähnlicher das Immunsystem eines anderen Menschen zum eigenen Immunsystem ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit uns zu verlieben. Biologisch gesehen ist dieses Auswahlkriterium äußerst sinnvoll, denn je unterschiedlicher das Immunsystem eines potentiellen Sexualpartners zum eigenen, desto bessere Chancen für das Leben und eine gute Gesundheit haben dann die gemeinsamen Kinder.

In der Verliebtheit geht es mehr um die eigene Person als um den anderen Menschen. So können wir uns beispielsweise in eine Person verlieben ohne das dieser Mensch das überhaupt bemerken muss (oder bemerken soll). Oft wird die Person in die man sich verliebt hat stark idealisiert, sodass dieses aufgebaute Idealbild der Realität nur selten standhalten kann.

Was passiert, wenn wir uns verlieben?

  • Das Gehirn eines Verliebten produziert vermehrt den Belohnungs-Neurotransmitters Dopamin. Deswegen verspüren wir - wenn wir verliebt sind - kaum Hunger oder Durst, haben ein vermindertes Schmerzempfinden und fühlen uns körperlich gleichzeitig sehr leistungsfähig.
  • Auch Adrenalin wird vermehrt vom Gehirn ausgeschüttet und lässt Verliebte über sich selbst hinauswachsen.
  • Die Konzentration des Glückshormons Serotonin fällt. So lässt sich erklären, dass Verliebte weniger Hemmungen haben und zu irrationalen Handlungen (bis hin zu völliger Unzurechnungsfähigkeit) neigen.
  • Auch Oxytocin, ein Hormon, dass es uns erleichtert Paarbindungen einzugehen, wird vermehrt ausgeschüttet. Bei Sexuellen wird Oxytocin vor allem während dem Geschlechtsverkehr gebildet und sorgt für eine Art Sucht aufeinander.

Teilweise kann Verliebtsein einer Art Krankheit gleichen: Appetitlosigkeit, schweißnasse Hände, rasender Puls, Schlaflosigkeit, ständig kreisende Gedanken (an die Person der Begierde), manchmal auch Verdauungsprobleme. Dieser "Krankheitszustand" wird bewußt aber nur wahrgenommen, wenn die Verliebtheit nicht erwidert wird. Der Volksmund spricht dann von "Liebeskummer" oder noch deutlicher: Jemand ist "krank vor Liebe".

Wenn die Verliebtheit auf Gegenseitigkeit beruht wird der Zustand des Verliebtseins als sehr positive Erfahrung bewertet.

Nach 1-3 Monaten hat sich das Gehirn zumeist an diese Veränderungen gewöhnt und beendet langsam den "Rausch der Sinne". Wenn sich die Verliebten innerhalb dieses Zeitraumes nicht eine sichere gemeinsame Basis geschaffen haben, gehen sie mit erhöhter Wahrscheinlichkeit bereits nach kurzer Zeit wieder getrennte Wege.

Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass sich der Zustand des Verliebtseins auf maximal 2 Jahre "dehnen" kann.

Zitate zum Thema

  • "Verliebtheit hat was von seliger Manie, aber nach einiger Zeit, meistens nach zwei oder drei Jahren, hört sie auch von selbst wieder auf." (Quelle: Die Zeit 1998)
  • "Verliebt sein ist nur ein außerordentlicher Fall von freiwilliger Blindheit." (Honoré de Balzac)
  • "Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei seiner Liebe den Vorteil, dass er nicht viele Nebenbuhler erhalten wird." (Georg Christoph Lichtenberg)
  • "Sehr heftig Verliebte sind für gewöhnlich schweigsam." (Charles de Secondat)
  • "Verliebte sehen in der Welt nur sich; doch sie vergessen, dass die Welt sie sieht." (August Graf von Platen)
  • "Seid verliebt und ihr werdet glücklich sein!" (Paul Gauguin)
  • "Ein Verliebter ist allezeit voller Furcht." (Andreas Capellanus)
  • "Verliebt sein: ein süßer Traum - die Hochzeit ist der Wecker." (unbekannt)
  • "Verliebt sein: eine Art Vorgeplänkel, eine Ouvertüre, nach der sich entscheidet, ob daraus ein Drama oder ein Lustspiel wird." (Hanna-Renate Laurien)
  • "Wenn der Mensch verliebt ist, zeigt er sich so, wie er immer sein sollte." (Simone de Beauvoir)

Ähnliche Begriffe

  • Sympathie, eine positiv bewertete emotionale Beziehung zu einem anderen Menschen.
  • Zuneigung setzt Sympathie voraus, ist aber emotional stärker und kann zu Freundschaft oder Liebe führen.
  • Freundschaft, eine positive Beziehung und Empfindung zwischen Menschen.
  • Schwärmerei, eine vorwiegend einseitige Form der zwischenmenschlichen Zuneigung.
  • Liebe, die stärkste Form von Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen empfinden kann.