Transvestitismus

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Unter Transvestitismus versteht man das Verhaltensmuster von sogenannten Transvestiten, die in zeitlich begrenztem Rahmen Kleidungsstücke, die für das andere Geschlecht als typisch gelten, tragen. Oftmals wird dieses Verhalten auch allgemeiner als Crossdressing bezeichnet und kommt bei Männern deutlich häufiger vor als bei Frauen.

Im Allgemeinen versuchen Transvestiten bzw. Crossdresser ihr Erscheinungsbild und Auftreten durch weitere Maßnahmen (Schminke, Parfüm, Perücken, aber z.B. auch die Sprachmodulation, etc.) aktiv dem anderen Geschlecht anzugleichen. Dies geschieht anders als im Rahmen der Travestie nicht (nur) aus Gründen der (Selbst)Darstellung sondern (auch) um das Gefühl eines temporären "Geschlechtswechsels" bzw. eines Wechsels der Geschlechtsrolle zu erfahren, was dann wiederum im Sinne einer Intensitätssteigerung des Erlebens zu einer teilweise übersteigerten Betonung von geschlechtsbezogenen Eigenschaften im Sinne von Geschlechtsstereotypen führen kann.

Sollte das Verhalten zwanghafte Formen annehmen bzw. durch diesen Wunsch ein Leidensdruck verursacht werden, kann Transvestitismus als eine Form der Geschlechtsidentitätsstörung (ICD-10: F64.1) betrachtet werden. Teilweise geschieht der Kleidungswechsel auch zum Zwecke der sexuellen Stimulation oder Befriedigung, in diesem Falls spricht man vom transvestitischen Fetischismus (ICD-10: F65.1). Im Gegensatz zur Transsexualität besteht aber kein Wunsch nach einer dauerhaften Veränderung des Körpers durch Einnahme von Hormonen oder Operationen.