Sexuelle Präferenz

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Als Sexuelle Präferenz bezeichnet man im weiteren Sinne alle Vorlieben im Hinblick auf (in sexueller Hinsicht) für ein Individuum bedeutsamer Merkmale bei potentiellen Sexualpartnern, wie z.B. die Vorliebe für eine bestimmte Haarfarbe oder Körperform oder auch für bestimmte Persönlichkeitsmerkmale. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff nur die Vorliebe für bestimmte Handlungsweisen und Reize im unmittelbaren Kontext von Sex (also z.B. eine Vorliebe für bestimmte Sexualpraktiken wie beim BDSM oder eine Vorliebe für bestimmte Objekte wie beim Fetischismus). Sowohl die Anwesenheit als auch die Abwesenheit des Interesses an bestimmten Formen der sexuellen Interaktion können vor diesem Hintergrund als Teil der sexuellen Präferenzen betrachtet werden. Sexuelle Präferenzen sind der sexuellen Orientierung grundsätzlich untergeordnet, d.h. sie treten mit Bezug zum Geschlecht auf (z.B. werden vom Individuum blonde Haare bei Frauen als sexuell anziehend empfunden, nicht aber bei Männern). Eine sexuelle Präferenz, die zu Fremdschädigung oder Selbstschädigung führt, oder die einen erheblichen intrinsischen Leidensdruck verursacht, bezeichnet man auch als Paraphilie.

Im Gegensatz zur sexuellen Orientierung können sexuelle Präferenzen, die unmittelbar an sexuelle Verhaltensweisen und sexuelle Simulation geknüpft sind, teilweise durch Konditionierung erzeugt, verstärkt aber auch wieder abgeschwächt oder aufgehoben werden (sowohl durch Gegenkonditionierung als auch durch Abstinenz). So kann beispielsweise ein Bedürfnis nach Konsum pornographischen Materials erst durch den Konsum selbst stimuliert und aufrecht erhalten worden sein.

Durch Konditionierung können insbesondere bei gleichzeitigem Konsum von Drogen oder auch als Folge von Missbrauchserfahrungen auch Präferenzen "erzeugt" werden, die der sexuellen Orientierung entgegenlaufen. Dies kann teilweise (und fälschlicherweise) vom Individuum oder der Umwelt als eine Veränderung der sexuellen Orientierung interpretiert werden.