Liebe

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Im weitesten Sinne kann Liebe eine ethische Grundhaltung ("Nächstenliebe") beschreiben oder die Liebe zu sich selbst ("Selbstliebe"). Dieser Artikel beschäftigt sich jedoch ausschließlich mit der Liebe in zwischenmenschlichen Beziehungen.



Was ist Liebe?

Liebe bezeichnet im engeren Sinne die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen empfinden kann.


Über Liebe wurden schon tausende Bücher geschrieben und immer noch ist es schwer zu beschreiben, was Liebe den nun letztlich ist. Vielleicht drückt es die Rockröhre Nena in einem ihrer Songs ganz gut aus mit:

Liebe will nicht,

Liebe kämpft nicht,
Liebe wird nicht,
Liebe ist.
Liebe sucht nicht,
Liebe fragt nicht,

Liebe ist, so wie du bist.

Liebe ist zunächst einmal eine Emotion. Aber nicht irgendeine Emotion sondern die innere Haltung tiefster und innigster Verbundenheit zu einem anderen Menschen und Ausdruck höchster Wertschätzung.

Wortherkunft

Im Mittelalter gab es das Wort 'Liebe' noch nicht, dafür aber ein anderes Wort: Minne. Damit wurde die Zuwendung bezeichnet, die ein Mensch gegenüber Gott oder auch einem anderen Menschen empfindet. Im Gegensatz zum Wort 'Liebe' gab es in 'Minne' noch keine Assoziation zur geschlechtlichen Vereinigung. Minne war die reine geistige Zuwendung.

Bedeutungen von Minne: (Substantiv)

  • Wohlgefallen
  • Glücksseligkeit
  • Freundschaft
  • Zuneigung
  • Freude
  • Liebe

Wer Gott oder einem anderen Menschen viel Minne entgegen brachte, der war ein liubi Mensch.

Bedeutungen von liubi: (Adjektiv)

  • glücklich
  • angenehm
  • erfreulich
  • begehrenswert
  • lieblich
  • liebenswert
  • beliebt
  • willkommen
  • froh
  • verliebt

Mit der Zeit wurde das Adjektiv 'liubi' zum Substantiv 'Liebe' und verdrängte die 'Minne'.

Was gehört zur Liebe?

Freiheit

Liebe ist eine auf Freiheit gegründete Beziehung zwischen zwei Personen. Wer liebt möchte den anderen Menschen nicht besitzen, sondern erkennt ihn in seiner ganzen Persönlichkeit mit allen Stärken und Schwächen an. Deutlich wird dies in einem Zitat von Anne Morrow Lindbergh: "Ihm, den ich liebe, wünsche ich Freiheit, sogar vor mir selbst."

Liebe kann aber auch ein derart starkes und verwirrendes Gefühl sein, dass manche Menschen Angst bekommen, in einer Liebesbeziehung ihre Freiheit zu verlieren. Erich Fromm schreibt dazu in seinem Buch 'Die Antwort der Liebe': "Die meisten Menschen haben Angst, dass sie ihre Freiheit verlieren, wenn sie lieben, und können nicht glauben, dass die Liebe gleichzeitig die größte Entwicklung der Freiheit bedeutet."

Gewaltlosigkeit

Liebe ist immer freiwillig. Man kann weder einen Menschen zur Liebe zwingen noch selbst zur Liebe gezwungen werden.

  • "Gewalt hört da auf, wo die Liebe beginnt." Petra Kelly
  • "Wer liebt, herrscht ohne Gewalt und dient, ohne Sklave zu sein." Zenta Maurina
  • "Weich ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker als Gewalt." Hermann Hesse, "Siddhartha"
  • "Wo die Liebe beginnt, hört die Gewalt auf. Liebe siegt über alles." Leonardo da Vinci

Was gehört nicht zur Liebe?

Sexualität

Auch wenn Liebe und Sex für Sexuelle stark miteinander verbunden sind, ist Sex kein zwingend notwendiges Merkmal der Partnerliebe. Der oft verwendete Ausdruck "geschlechtliche Liebe" ist schon deswegen kritisch zu bewerten, weil es oft mit einer impliziten Forderung einhergeht: Wenn du mich liebst musst du auch Sex mit mir haben. Dieser unausgesprochene Druck zum "Liebe machen" widerspricht jedoch gerade dem Prinzip der Liebe weil hier eigene (körperliche) Bedürfnisse wichtiger werden als der Partner.

  • "Liebe ist Erkennen; aber eben weil sie Erkennen ist, ist sie auch Respekt vor dem anderen." Erich Fromm

Umgedreht müssen sich Liebe und Sex aber nicht ausschließen. Wenn zwei sexuelle Liebespartner einvernehmlichen Sex miteinander haben unter gegenseitigem Respekt und Rücksichtnahme auf die Wünsche und Bedürfnisse des jeweils anderen wird diese intensive Form der körperlichen Berührung die Liebenden auch "innerlich berühren". Das gemeinsame als wunderschön empfundene Erlebnis kann die gegenseite positive Verbundenheit verstärken.

Setzt ein Sexueller seinen asexuellen Partner jedoch unter Druck mit ihm "Liebe zu machen" wird die Liebe mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb kurzer Zeit erlöschen.

Den anderen gegen seinen Willen verändern zu wollen

Wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln.
        Erich Fried, Dich

Ausdrucksformen der Liebe

  • Nonverbal durch Blicke, Mimik und Gestik
  • Austausch von Zärtlichkeiten, insbesondere Küssen. Deutlich wird das auch in dem nicht ganz ernst gemeinten Spruch "Küssen ist die Sprache der Liebe. Also komm her und sprich dich aus..." (unbekannter Autor)
  • Die körperliche Vereinigung (Sex) kann für sexuelle Menschen als intimste Ausdrucksform der Liebe dienen.
  • Verbal wird Liebe (wie auch Verliebtheit) oft durch Komplimente ausgedrückt. Besondere Stellung bekommt hierbei die Liebeserklärung und in schriftlicher Form der Liebesbrief der auch in Zeiten von Email und SMS noch existiert.
  • Auch durch Kosenamen kann die besondere Stellung des Liebespartners ausgedrückt werden.
  • Nach außen sichtbare Ausdrucksform der Liebe ist vor allem der Ring, der in Form von Freundschaftsring, Verlobungsring und natürlich auch Ehering gebräuchlich ist.

Negative Aspekte der "Liebe"?

  • Liebe muss nicht in jedem Fall auf Gegenseitigkeit beruhen. Deshalb muss zwischen einseitiger Liebe und gegenseitiger Liebe unterschieden werden. Die einseitige Liebe kann zur unglückliche Liebe werden und findet sichtbaren Ausdruck im Liebeskummer.
  • Als Erotomanie oder Liebeswahn wird in der Medizin die wahnhaft ausgeprägte, unwiderstehliche Liebe zu einer meist unerreichbaren Person bezeichnet. In weiterem Sinne wird darunter auch ein ausschließlich von genitalen Trieben geleitetes Verhalten bei Männern verstanden. Diese "Liebe" ist in Wirklichkeit der Versuch die Frau an sich und die Gesellschaft zu bestrafen, da die eigene Mutter unerreichbar war und der eigene Vater nicht als Hilfe empfunden wurde. Eine Besonderheit ist auch die wahnhafte, durch nichts zu erschütternde Annahme, die Liebe beruhe auf Gegenseitigkeit. Der Erotomane bemüht sich in diesem Fall um so viel Kontakt mit dem Objekt seiner Begierde wie nur irgend möglich. Nehmen Briefe, Telefonate und andere Kontaktversuche und Nachstellungen überhand, spricht man von Stalking.

Symbole der Liebe

Das am weitest verbreitete und wichtigste Symbol der Liebe ist das Herz, ganz besonders das rote Herz, da Rot fast immer als Farbe gewählt wird, wenn Liebe dargestellt werden soll.


Wer die Liebe mit Blumen ausdrücken will, wählt fast immer die Rose. Doch Vorsicht, wenn die falsche Farbe gewählt wird könnte leicht eine falsche Botschaft übermittelt werden:

  • eine gelbe Rose bedeutet Eifersucht
  • eine weiße Rose Sehnsucht
  • eine rosafarbene Rose vorsichtige Liebelei und nur
  • die rote Rose spricht von der Glut der Liebe.

Im Mittelalter sprach man von sub rosa (lateinisch: "unter einer Rose verborgen"), wenn man etwas im Geheimen sagen wollte. Bei geheimen Besprechungen in Wirtshäuser oder im Rathaus hing man (wie es schon bei den alten Römern Brauch war) eine Rose an die Decke, damit die Anwesenden über das Gesagte schwiegen. Aus dem gleichen Grund werden auch in der christlichen Kirche Beichtstühle mit Schnitzwerk von Rosen verziert. Der Begriff basiert auf der Erzählung, dass Cupido dem Harpocrates (der Gott der Verschwiegenheit) Rosen sandte und ihn darum bat, die Liebesaffäre seiner Mutter Venus geheim zu halten.

Im Symbol der Rose wird deutlich, dass Liebe Intimität und Verschwiegenheit braucht.

Sehr viel später wurde der Diamant zum Symbol ewiger Liebe, was vor allem an seiner Eigenschaft liegt, praktisch nicht zerstörbar zu sein. Aber natürlich wirkt nur ein geschliffener Diamant richtig edel - vor allem wenn man seiner Liebsten einen Diamanten mit Herzschliff schenkt.

Ein viel älteres Symbol ist der Granatapfel. In Griechenland ist es sogar heute noch keine Seltenheit, dass das Brautpaar während einer Hochzeit von der Hochzeitsgesellschaft mit getrockneten Granatäpfeln beworfen wird. Die herausfallenden Samen der zerplatzenden Früchte sollen der jungen Familie garantieren, dass sich ihr Kinderwunsch erfüllt.

Ähnliche Begriffe:

Schwärmerei, eine vorwiegend einseitige Form der zwischenmenschlichen Zuneigung.

Sympathie, eine positiv bewertete emotionale Beziehung zu einem anderen Menschen.

Zuneigung setzt Sympathie voraus, ist aber emotional stärker und kann zu Freundschaft oder Liebe führen.

Freundschaft, eine positive Beziehung und Empfindung zwischen zwei Menschen.

Verliebtheit, ein sehr starkes aber zeitlich begrenztes Gefühl der Zuneigung zu einem anderen Menschen. Verliebtheit kann in Liebe übergehen (muss aber nicht).

Weitere Zitate:

WikiQuote: Über die Liebe

WikiQuote: Zitate von Frauen über die die Liebe

WikiQuote: Zitate von Männern über die Liebe


Siehe auch