Homophobie

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Homophobie ist eine Angst (Phobie) vor Lesben und Schwulen. Sie kann sich z.B. in Form einer Aversion bzw. Feindseligkeit gegenüber Homosexuellen und ihren Lebensweisen und/oder gegenüber homosexuellem Sexualverhalten äußern. Besonders problematisch sind institutionelle und systematische Formen der Homosexuellenfeindlichkeit, z.B. von staatlicher oder religiöser/kirchlicher Seite ausgehend. Dies kann über die partielle Diskriminierung von Homosexuellen in einigen Lebensbereichen bis hin zu einem kompletten Verbot von Homosexualität und/oder der unmittelbaren Verfolgung von Homosexuellen führen, wie sie z.B. in arabischen Staaten oder in Russland stattfindet (früher natürlich auch in Deutschland), wobei wiederum vor allem männliches homosexuelles Verhalten im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Ein möglicher Auslöser für Homophobie ist eine streng religiöse und/oder streng konservative Erziehung. Eine solche Erziehung kann auch zu einer Homophobie bei Homosexuellen führen.

Es ist wichtig zu beachten, dass eine Definition von z.B. Homophobie oder Heterophobie ausgehend von der Orientierung des "Sexisten" generell unsinnig sein muss. Homosexuelle können ebenso feindselig gegenüber dem Verhalten anderer Homosexueller eingestellt sein wie natürlich auch Heterosexuelle sehr häufig andere Heterosexuelle abwerten werden (z.B. können promiskuitiv lebende Homosexuelle/Heterosexuelle monogam lebende Homosexuelle/Heterosexuelle abwerten und vice versa).

Das Auftreten von Aversionen ist also selbstverständlich nicht durch die Orientierung des Betreffenden bedingt. Traumatische Erfahrungen (oftmals in Abhängigkeit vom persönlichen sozialen Umfeld) und/oder die individuelle Unfähigkeit oder Unmöglichkeit eine stabile Paarbeziehung aufzubauen können hingegen die Entwicklung solcher Denkmuster begünstigen.

Somit kann das Phänomen als solches keineswegs über die "Indoktrination" durch eine imaginäres Gegenüber wie dem Patriarchat oder der Heteronormativität erklärt werden sondern letztlich liegt sein Ursprung immer im Verhalten der Individuen selbst begründet. Allein aus der Ablehnung bestimmter Lebensweisen (mit Bezug auf das Sexualverhalten) heraus resultiert allerdings nicht zwingend auch Sexismus im gesellschaftlichen Sinne, denn dieser ist gegen alle Vertreter eines bestimmten Geschlechts bzw. (bei der hier verwendeten breiteren Definition des Begriffs) gegen alle Menschen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung gerichtet.

Siehe auch