Heterophobie

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Heterophobie ist eine Angst (Phobie) vor Heterosexuellen. Sie kann sich z.B. in Form einer Aversion bzw. Feindseligkeit gegenüber Heterosexuellen oder ihren Lebensweisen äußern. Bezieht sich diese Ablehnung auf alle Heterosexuellen unabhängig vom Verhalten kann Heterophobie auch in eine Form des Sexismus (im weiteren Sinne) dem Heterosexismus münden. Im Gegensatz zur Homophobie bzw. dem Homosexismus existieren allerdings kaum institutionelle Ausprägungen der Heterophobie und es findet insbesondere keine systematische Verfolgung und relativ wenig systematische Diskriminierung von Heterosexuellen statt (auch wenn Vorbehalte gegen für unter Heterosexuellen im Verhältnis häufiger anzutreffende Beziehungsformen, wie z.B. die "klassische Familienstruktur" zunehmend weit verbreitet sind).

Das Ausagieren von offener Heterophobie findet vor allem ausgehend von der LGBT-Szene bzw. der "Queeren Szene" und innerhalb von von deren Klientel dominierten Bereichen statt. Auch die Nähe zum Queer-Feminismus spielt gerade im politisch geprägten Kontext eine Rolle. In diesem Kontext werden beispielsweise das Sexualverhalten oder die Beziehungen von Heterosexuellen explizit abgewertet und/oder es wird ihnen pauschal die Diskriminierung von Homosexuellen oder anderen sogenannten "sexuellen Minderheiten" unterstellt. Dieses Reaktionsmuster zeigt sich beispielhaft an der Verwendung des Begriffs Heteronormativität, der impliziert Heterosexuelle würden versuchen andere Menschen zu normieren und der das queerfeministische Analogon zum Begriff Patriarchat (aus der zweiten Welle des Feminismus) darstellt.

Auch die Gleichsetzung des Begriffs Heterosexismus und Homosexismus ist für diese Denkweise typisch. Der Begriff Homosexismus wird innerhalb der Szene zwar einerseits analog zur Homophobie als eine gegen Homosexuelle gerichtete Einstellung definiert aber inkonsistent dazu wird dann Heterosexismus dort als eine von Heterosexuellen gegen Homosexuelle gerichtete Ideologie angesehen.

Abgesehen von der häufig anzutreffenden logisch inkonsistenten Verwendung von Begriffen ist unmittelbar klar, dass eine Definition von z.B. Heterophobie oder Homophobie ausgehend von der Orientierung des "Sexisten" generell unsinnig sein muss. Homosexuelle können ebenso feindselig gegenüber dem Verhalten anderer Homosexueller eingestellt sein, wie natürlich auch Heterosexuelle sehr häufig andere Heterosexuelle abwerten werden (z.B. können promiskuitiv lebende Heterosexuelle monogam lebende Heterosexuelle abwerten und vice versa) und dies ist keineswegs das Resultat einer "Indoktrination" durch einen imaginäres Gegenüber wie dem Patriarchat oder der Heteronormativität sondern liegt letztlich immer im Verhalten der Individuen selbst begründet.

Allein aus der Ablehnung bestimmter Lebensweisen (mit Bezug auf das Sexualverhalten) heraus resultiert allerdings nicht zwingend auch Sexismus im gesellschaftlichen Sinne, denn dieser ist gegen alle Vertreter eines bestimmten Geschlechts bzw. (bei der hier verwendeten breiteren Definition des Begriffs) gegen alle Menschen mit einer bestimmten Orientierung gerichtet.

Das Auftreten von Aversionen ist also selbstverständlich nicht durch die Orientierung des Betreffenden bedingt. Traumatische Erfahrungen (oftmals in Abhängigkeit vom persönlichen sozialen Umfeld) und/oder die individuelle Unfähigkeit oder Unmöglichkeit eine stabile Paarbeziehung aufzubauen können allerdings die Entwicklung solcher Denkmuster begünstigen.

Siehe auch