Geschlecht

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Durch die Entwicklung der sexuellen Fortpflanzung bildeten sich im Laufe der Evolution bei den meisten Tieren (einschließlich des Menschen) zwei unterschiedliche Geschlechter heraus: Das weibliche Geschlecht sowie das männliche Geschlecht. Geschlechtslosigkeit kommt bei höheren Tierarten daher nicht vor. Das weibliche Geschlecht stellt grundsätzlich die meist relativ großen und nahezu unbeweglichen Eizellen (Makrogamenten) und das männliche Geschlecht die kleineren und beweglichen Samenzellen (Mikrogameten) zur Verfügung, wobei das Ausmaß der Unterscheide zwischen den Zelltypen stark variieren kann. Auch im Hinblick auf die Abläufe bei der Befruchtung sowie der Entwicklung des Nachwuchses bestehen große Unterschiede zwischen verschiedenen Tierarten.

Die Geschlechtsentwicklung wird beim Menschen auf chromosomaler Ebene eindeutig über das SRY-Gen bestimmt. Ist dieses vorhanden und aktiv entwickelt sich ein Individuum männlich andernfalls weiblich. Dieses Gen befindet sich zumeist auf dem Y-Chromosom, d.h. ein Individuum mit XY-Chromosomensatz entwickelt sich zum Mann und ein Individuum mit XX-Chromosomensatz zur Frau. Das Gen kann allerdings in seltenen Fällen komplett fehlen (XY-Frau) bzw. inaktiviert sein oder durch Translokation auf das X-Chromosom gelangen (XX-Mann).

Obwohl also in einigen wenigen Fällen der Genotyp XY bzw. XX das Geschlecht nicht eindeutig festlegen und sogar Mischformen aus XY und XX Chromosmensatz in den Körperzellen vorkommen können (z.B. durch Vermischung des Bluts zweier Embryonen im Mutterleib, den sogenannten Blutchimären) und sowohl genetische als auch hormonelle Faktoren sowie viele Umweltfaktoren (wie z.B. die Ernährung) einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Geschlechtsmerkmale nehmen können, sind dennoch alle Menschen eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen.

Bei einigen Tierarten (z.B. den Schnecken) kommt Zweigeschlechtlichkeit vor, d.h. ein Individuum produziert sowohl Eizellen als auch Samenzellen (was in Abhängigkeit von Umweltbedingungen oder Entwicklungsstadien sogar zeitlich versetzt geschehen kann) und ist ggf. auch zur Selbstbefruchtung imstande.

Dies gilt allerdings nicht für den Menschen. Trotz einer erheblichen Bandbreite im Hinblick auf die individuelle Ausprägung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale sowie der Existenz verschiedenster Entwicklungsanomalien sowohl auf phänotypischer (Körpermerkmale, Hormone, etc.) als auch genotypischer Ebene (Chromosomen), die bis zur Unfruchtbarkeit führen können, sowie großer individueller Unterschiede im Hinblick auf die psychosexuelle Entwicklung und die sexuelle Identität, kommen beim Menschen weder echte Zweigeschlechtlichkeit noch weitere Geschlechter vor. Es existieren also keine Personen, die vollständig ausgeprägte Geschlechtsorgane beider Geschlechter besitzen und sowohl Eizellen als auch Samenzellen produzieren oder die sich sogar auf eine völlig andere Art und Weise selbständig vermehren können.

Siehe auch