Asexuelle Beziehungsformen

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Die meisten Asexuellen entwickeln eine Vielzahl von Beziehungen, um ihre emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen. Einige bevorzugen eine klassische Form der Beziehung, wieder andere geben ungewöhnlicheren Strukturen den Vorrang. Doch unabhängig von der Art empfinden Asexuelle Dinge wie Kommunikation, Vertrauen und Zuneigung als wichtige Bestandteile einer Beziehung.

Anziehung

Während Asexuelle keine sexuelle Anziehung empfinden, erleben sie dennoch eine Vielzahl anderen Arten der Anziehung. Darunter romantische und ästhetische Anziehung. Es gibt einige Debatten darüber ob diese Bezeichnungen treffend sind oder nicht. Die meisten beschränken sich auf die Termini romantisch und aromantisch.

Sinnlichkeit

Sinnlichkeit ist ein Vergnügen, das die Sinne involviert. Viele sexuelle Menschen interpretieren dieses Wort lediglich in Bezug auf sexuelle Lust, jedoch gibt es auch andere Arten der Sinnlichkeit. Einige (nicht alle) Asexuellen genießen nonsexuelle Sinnlichkeit mit anderen Menschen. Sinnlichkeit beinhaltet oft taktile Stimulation, wie kuscheln, küssen, eine Massage geben oder empfangen, aber auch die Aufnahme von visuellen, akustischen und olfaktorischen Reizen kann als sinnlich empfunden werden. Zum Beispiel impliziert die Betrachtung einer schönen Person eine visuelle Stimulation, was als sinnliches Erleben gesehen werden kann (ästhetische Anziehung).

Gemeinschafts- oder partnerbasierte Intimität

Manche lehnen die Kategorisierung von romantisch und aromantisch ab. Sie sind der Meinung, dass durch diese Definitionen Aromantik abgewertet wird, da sie nicht die verschiedenen Formen der intimen Beziehungen berücksichtigen, die aromantische Menschen eingehen können. Viele Aromantiker haben das Bedürfnis nach einer Beziehung, jedoch ohne dabei an eine romantische Bindung zu denken.

Eines der Modelle zum Thema Beziehungsstrukturen ist das der Gemeinschafts- und partnerbasierten Intimität. In gewisser weise lebt jeder diese beiden Arten aus. Jeder führt Beziehungen zu mehreren Personen (Familie, Freunde), wobei ein oder zwei Kontakte intensiver sind und eine zentrale Rolle einnehmen. Daher ist dieses Modell nicht dafür gedacht jemanden als ‚partnerorientiert’ oder ‘gemeinschaftsorientiert’ zu etikettieren. Aber es zeigt auf welche Formen Beziehungen annehmen können

Partnerbasierte Intimität

Bei diesem Modell befriedigt eine Person ihre emotionalen Bedürfnisse in einer Beziehung zu einem Partner. Um diese Art der Beziehung zu führen wird versucht einer Person besonders nah zu sein und einen besonderen Platz in ihrem Leben einzunehmen. Eine Menge Zeit und Energie wird investiert, wenn das Leben der beiden Beteiligten umeinander strukturiert wird.

Personen die dieses Modell bevorzugen führen normalerweise nicht mehr als seine Beziehung – zum Beispiel hat jemand der solch eine Beziehungsstruktur führt einige gute Freunde, enge Angehörige und viele flüchtige Bekannte, sowie einen romantischen Partner – jedoch wählt er daraus eine Person, mit der er einen exklusiven Kontakt pflegt.

Gemeinschaftsbasierte Intimität

Hierbei werden die Bedürfnisse, die klassisch an den Partner gerichtet sind, auf eine Gemeinschaft übertragen. Individuen die dieses Modell bevorzugen sehen in einem kontinuierlich wandelnden Netz aus Kontakten ihren primären Anlaufpunkt für emotionale Erfüllung, finanzielle Sicherheit und der Möglichkeit Kinder großzuziehen. Gemeinschaftsstrukturen die unter diesem Modell zusammengefasst werden, können dabei stark variieren. Einige bauen eine Gemeinschaft um ihre Partnerschaft, die das Herzstück darstellt. Andere führen eine oder mehrere stabile Beziehungen, die den Kern ihrer Gemeinde bilden, ohne sich jedoch auf die Bezeichnungen Partner/Nonpartner festzulegen. Während wieder andere sich auf die Vielfalt und Breite ihrer Gemeinschaft und nicht auf einzelne Beziehungen konzentrieren.

Romantische Orientierung

Romantische Orientierung (auch emotionale Orientierung) ist ein Begriff, der anstelle des Begriffs der sexuellen Orientierung oder ergänzend dazu verwendet werden kann. Personen die diesen Terminus verwenden, sind der Ansicht, dass sich die Orientierung nicht nur auf die primäre Sexualität beschränkt.

Romantische Freundschaft

Romantische Freundschaft ist eine Bezeichnung, um engere Freundschaften zu beschreiben, in denen ein gewisses Maß an emotionaler und körperlicher Intensität gegeben ist, welches man in der Regel romantischen Beziehungen zuschreibt. Unter anderem der Austausch von Zärtlichkeiten wie Kuscheln, Küssen und Liebesbekundungen. Diese Beziehungen waren in der westlichen Gesellschaft üblich und akzeptiert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Siehe auch

Weblinks