AVENde

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Deutscher Ableger des englischen AVEN (Asexual Visibility and Education Network). AVENde wurde im Januar 2005 gegründet und beinhaltet auch ein deutschsprachiges Forum, in dem vor allem Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Kontakt treten.

Unterschiede im Vergleich zu AVENus

AVENde ist eine der wenigen Seiten des Aven-Netzwerks, die nicht mehr in den USA gehostet werden (endgültig seit Ende 2016) und die auf Softwarebene auf die Einbindung externer Funktionen von über Datenhandel oder Werbung finanzierten Netzwerken wie Google, Facebook, Twitter, Wordpress, usw. verzichtet. Ebenso findet keine Selbstdarstellung oder die Auslagerung von Inhalten in den sogenannten "sozialen Medien" statt. Seiten in solchen Netzwerken, die sich auf Aven Deutschland beziehen, stehen somit in keiner direkten Verbindung zur Verwaltung von AVENde selbst.

Trotz einer (zunächst) weitreichenden Übernahme der ursprünglichen AVENus-FAQ, die auch Grundlage der FAQ in dieser Wiki ist, unterscheidet sich AVENde durch zwei wesentliche Merkmale von AVENus. Zum einen ist auf AVENde bereits seit 2005 eine andere Definition von Asexualität gebräuchlich, nämlich die der Abwesenheit eines Verlangens nach sexueller Interaktion und nicht die Definition als Abwesenheit von sexueller Anziehung (die AVENde Definition wird laut einer Umfrage aktuell von knapp 80% der Mitglieder im deutschen Forum bevorzugt).

Zum anderen bestehen seit spätestens 2009 zunehmend Unterschiede im Hinblick auf die politische Ausrichtung. Während AVENus und einige anderssprachige Aven-Ableger seit vielen Jahren (in etwa ab dem Zeitpunkt als die Auseinandersetzungen zur Abgrenzung von den Nonlibidoisten und den Antisexuellen beendet waren) kontinuierlich von Jahr zu Jahr eine immer stärkere Nähe zum "linken" politischen Spektrum bzw. dem Queer-Feminismus und vor allem zum Bereich des Aktivismus aufweisen (und sich David Jay selbst unter anderem auch als ein LGBT-Aktivist sieht) sowie das Thema "Gender" (und die daran anknüpfende ideologisch geformte Verwendung von Sprache) in fast schon grotesker Weise in den Mittelpunkt gerückt sind, hat AVENde diese Entwicklung nicht vollzogen und versucht weiterhin bzw. seit jeher keine politisch bzw. ideologisch ausgerichtete Seite zu sein.

Besonders wichtig ist es nach Ansicht von AVENde daher, dass der Begriff Asexualität nicht für die Durchsetzung politischer/ideologisch motivierter Zielsetzungen/Interessen instrumentalisiert wird, zumal dann wenn nur noch wenig Bezug zum eigentlichen Thema Asexualität besteht (z.B. unspezifische LGBT-Anliegen, Queer-Feminismus, Transgenderfragen, Politik für "Queere" im allgemeinen, etc.). Ein Fokus des Engagements auf diesen Bereich ist nach Ansicht von AVENde nicht im Sinne aller Asexuellen, denn politische und religiöse Ansichten oder die Zugehörigkeit zu bestimmten Communities/Gruppen haben mit der sexuellen Orientierung des Einzelnen nichts zu tun. So sind z.B. keineswegs alle Asexuellen "queer" und nicht jeder der "queer" ist unterstützt deswegen auch bestimmte (sozio-)politische Ansichten oder Parteien.

Aufklärung und Sichtbarkeit sollten nach Ansicht von AVENde nicht mit Lobbyismus verwechselt werden. Die Definition bzw. das Bedeutungsspektrum des Begriffs Asexualität sollten daher auch nicht zu großzügig ausgelegt werden. Eine Verwässerung der Begriffsbedeutung über den Begriff des "asexuellen Spektrums" bzw. eine zu großzügige Auslegung des Graubereichs birgt das Risiko die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit von Asexualität als eigenständige Orientierung zu konterkarieren.

Die Bewertung und Einordnung des Themas Asexualität sowohl auf der individuellen als auch der gesellschaftlichen Ebene liegt nach Ansicht von AVENde in der Verantwortung jedes Einzelnen und kann nicht "von oben herab" verordnet werden. Insbesondere ist die Sexualität eines jeden Menschen in erste Linie Teil seiner individuellen Persönlichkeit und keineswegs (per se) etwas politisches. Jede Form von politischen Zielen hat daher hinter den legitimen Bedürfnissen des Individuums auf eine freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und hinter einer konstruktiv verstandenen Meinungsfreiheit zurückszustehen. Die Aufklärung über sexuelle und geschlechtsbezogene Themen oder über verschiedenen Beziehungsformen kann nur ein Angebot an die Gesellschaft und an alle darin lebenden Individuen sein, darf aber niemals zum Zwang werden.

Über Asexualität sollte gemäß AVENde somit umfassend aufgeklärt werden, der Begriff sollte dabei aber nicht manipulativ verwendet werden. AVENde begrüßt daher auch jede Form von ergebnisoffener und nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführter Forschung (d.h. frei von politischen oder ideologischen Zielsetzungen) zum Thema Asexualität, selbst dann wenn die Ergebnisse dem einen oder anderen nicht gefallen mögen. Eine Ausweitung der Forschung an renommierten Psychologischen Fakultäten in Deutschland wäre daher wünschenswert. Insbesondere fehlen bisher auch wissenschaftliche Studien mit Bezug zur AVENde Definition von Asexualität.

Weblinks